Tipps & Tricks vom ADAC: Das richtige Fahrzeug finden
Bevor Sie Zeit, Mühe und Geld in eine Probefahrt oder einen technischen Check beim Experten investieren, hier ein paar Kniffe, wie Sie schon im Vorfeld herausfinden können, ob das gewählte Fahrzeug diesen Aufwand wert ist.Vor dem Gang zum HändlerInformieren Sie sich über Betriebskosten wie Versicherung, Spritverbrauch oder C02-Ausstoß, aber auch über bekannte technische Schwachstellen ihres Wunschautos.Verschaffen Sie sich durch Studium von Kfz-Anzeigen oder Internet-Angeboten einen Eindruck von den ortsüblichen Marktpreisen. Damit haben Sie im Blick, ob der geforderte Preis realistisch ist.Ein Blick ins Internet lohnt immer. Dort werden bisweilen die gleichen Fahrzeuge vom gleichen Händler zu günstigeren Preisen angeboten als vor Ort.Rufen Sie beim Händler an und fragen Sie nach der Möglichkeit einer Probefahrt.Vereinbaren Sie einen Termin für einen technischen Check bei einer Kfz-Prüfstelle Ihrer Wahl. Bestehen Sie auch gegenüber dem Händler darauf, dorthin zu fahren.Nehmen Sie Besichtigungen nur bei gutem Wetter und tagsüber vor. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen lassen sich Lackfehler, Kratzer und kleine Dellen schwer erkennen.Lassen Sie sich von jemandem mit fahrzeugtechnischen Kenntnissen begleiten. Erste Details beim HändlerVerkauft der Händler das Fahrzeug oder handelt er im Kundenauftrag? Letzteres schließt die Sachmängelhaftung aus und sollte Ihnen sofort mitgeteilt werden.Fragen Sie nach den Fahrzeugunterlagen (Zulassungsbescheinigung I und II). Stimmen alle Angaben zum Fahrzeug und zu den Vorbesitzern?Verlangen Sie nach dem Inspektionsheft. Überprüfen Sie, ob das Fahrzeug regelmäßig und vorschriftsmäßig gewartet wurde.Fragen Sie, ob das Fahrzeug unfall- und mängelfrei ist. Lassen Sie sich TÜV-Berichte, Reparaturrechnungen und Quittungen des Fahrzeuges vorlegen.Erkundigen Sie sich nach Besonderheiten: Ist das Fahrzeug ein EU-Import, hat es einen Austauschmotor oder gab es bauliche Veränderungen wie Tieferlegung oder Anbauten? Der erste FahrzeugcheckHaben Sie Ihr Traumauto gefunden und stimmen die vorab genannten Infos, ist ein kritischer Blick auf das Fahrzeug selbst gefragt. Der erste äußere Eindruck kann viel verraten. Genau hinsehen und hinhören bei der anschließenden Probefahrt lohnt.Der äußere EindruckNehmen Sie sich Zeit für einen ersten Rundgang um das Fahrzeug. Lassen Sie sich nicht von auf Hochglanz polierten Autos blenden.Betrachten Sie die Karosserielinien von der Seite. Sie sollten keine Unterbrechungen
haben und gerade sein, sonst könnte ein behobener Unfallschaden vorliegen.Die Abstände von Motorhaube, Kotflügel und Türen sollten in den dazwischen liegenden Ritzen gleichmäßig sein. Öffnen Sie Türen und Motorhaube: Achten Sie auf Lackreste, Schweißnähte, Beschädigungen oder Ölverschmutzungen. Türdichtungen und Gummis müssen geschmeidig sein. Farbspuren deuten auf Reparaturen hin.Ist der Lack des Autos überall im gleichen Farbton? Ist das nicht der Fall, wurde vermutlich nachlackiert.Überprüfen Sie Radkästen, Türen und Einstiege auf Rostspuren.Sind unter dem Fahrzeug Ölflecken zu sehen? Ein guter Motor muss ganz trocken sein. Ein blitzblanker Motorraum sollte Sie ebenfalls stutzig werden lassen – häufig sollen damit Undichtigkeiten verschleiert werden.Ist der Innenraum sauber? Riecht es muffig? Muffiger Geruch deutet auf Feuchtigkeit hin. Die Probefahrt Vergewissern Sie sich, ob eine Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug besteht und wie hoch die Selbstbeteiligung ist. Achten Sie auch darauf, dass der Verkäufer die Zulassungsbescheinigung für das rote Kennzeichen mit gegeben hat.Vermeiden Sie während der Probefahrt störende “Nebengeräusche”: Radio und der Verkäufer haben Sendepause. Konzentrieren Sie sich auf Motor- und FahrgeräuscheTesten Sie Schaltung und Getriebe beim Fahren. Alle Gänge sollten sich mühelos schalten lassen.Testen Sie die Bremsen: Das Auto darf bei einer Vollbremsung (auf rückwärtigen Verkehr achten und nur bei langsamem Tempo auf freier Strecke) nicht in eine Richtung ziehen. Überprüfen Sie die Funktion aller technischen Extras wie elektrische Fensterheber, Sitzheizung, -verstellung, Schiebedach, Navigationssystem oder Klimaanlage. Der Endspurt – Expertencheck und VertragDas Fahrzeug hat Sie bei der Probefahrt überzeugt? Auf den ersten Blick ist alles in Ordnung? Dann sind jetzt Experten oder ein fachkundiger Begleiter gefragt, um die Technik des Fahrzeuges genau unter die Lupe zu nehmen. Und bevor Sie Ihre Unterschrift unter den Vertrag setzen, gibt es noch ein paar Kniffe zu beachten. FahrzeugcheckSind Schläuche und Manschetten dicht? Poröse Wasserschläuche können teure Reparaturen nach sich ziehen. Stimmt der Füllstand des Kühlsystems? Fehlmengen können ein Hinweis auf Undichtigkeiten sein. Ähnliches gilt für die Bremsflüssigkeit. Ein niedriger Stand im Ausgleichsbehälter kann ein Anzeichen für Mängel an der Bremsanlage sein. Ist die Batterie sauber und sind die Pole nicht oxidiert? Bewegen Sie im Stand das Lenkrad. Lässt es sich mehr als zwei Finger breit drehen ohne dass sich die Räder bewegen, hat das Lenkgetriebe Spiel. Kontrollieren Sie Felgen und Reifen auf Beschädigungen. Das Profil der Reifen sollte mindestens drei Millimeter betragen. Rütteln Sie an den Rädern – hier darf nichts wackeln, sonst haben Lager oder Achsaufhängung Spiel.Funktionieren alle Leuchten? Haben die Gläser Risse oder sind beschlagen?Gebrauchtwagen-Checks werden gegen Gebühr unter anderem von TÜV, DEKRA, GTÜ oder ADAC angeboten. Eine Investition, die sich vor dem Kauf lohnt.Letzte Details beim HändlerMachen Sie den Verkäufer auf festgestellte Mängel beim Fahrzeug aufmerksam. Lassen Sie sich Zusagen schriftlich im Vertrag bestätigen.Für gebrauchte Fahrzeuge haben Sie ein Jahr lang Sachmängelrechte gegen den Händler, dies muss auch im Kaufvertrag stehen. Im Falle eines Mangels, der über den natürlichen Verschleiß hinausgeht, muss der Händler kostenlos reparieren. Bietet Ihnen der Händler eine kostenpflichtige Gebrauchtwagengarantie an, lassen Sie sich die Garantiebedingungen dazu aushändigen. Nehmen Sie den Kaufvertrag vorab mit und studieren Sie ihn zu Hause in Ruhe. Achten Sie darauf, als Privatperson im Vertrag zu stehen. Bei Geschäften von Händler zu Händler wird die Sachmängelhaftung ausgeschlossen.Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht unter Druck setzen. Ein seriöser Verkäufer lässt Ihnen Zeit und gibt Ihnen auch gerne alle Unterlagen in Kopie mit.Vermeiden Sie Anzahlungen!







Vielen Dank für den guten Artikel. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das Dichtungen einen nicht erheblichen Anteil an evtl. Folgekosten haben können. Bei Oldtimern sind fängt es schon mit den Silikondichtungen in Türen und Kofferraum an. Diese sind nicht immer einfach und günstig zu bekommen.
Bei neueren Fahrzeugen ist eher die Zylinderkopfdichtung interessant. Tritt hier Öl aus, oder ist das Kühlwasser nicht sauber, kann dies auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hinweisen und teuer werden.
Schade, dass Ihr nun mein Kommentar veröffentlicht, aber nicht die URL, wo ich Hersteller von Zylinderkopfdichtungen vorgeschlagen habe…
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