Porsche Panamera GTS 2012 – noch mal sportlicher

25. Januar 2012 | Ein Kommentar

An Sportlichkeit hat es dem Porsche Panamera eigentlich nie gemangelt: Trotz ihres hohen Gewichts glänzt die geräumige Fließheck-Limousine auf Landstraßen mit präzisem und agilem Handling; auf der Autobahn setzt sie sich in einigen Varianten dank fehlender Abregelung an die Spitze der Luxusklasse. Dennoch hat Porsche es für sinnvoll befunden, mit dem GTS noch ein dezidiert sportliches Derivat nachzuschieben.

Das neue Modell basiert technisch auf dem Panamera 4S – der Variante mit 4,8-Liter-V8-Motor, Allradantrieb und dem von ZF zugelieferten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe; optisch verfügt er über zahlreiche Stilelemente vom Panamera Turbo. Mit dem Griff in den Baukasten war es allerdings keinesfalls getan. Tatsächlich verfügt der Panamera GTS über einige technische Lösungen, die hier erstmals in der Baureihe eingesetzt werden.

Testfahr im Porsche Panamera GTS 2012 mit Profi’s

Dazu zählt unter anderem ein „Sound-Symposer“ genanntes System, das die A-Säule in Resonanz versetzt und damit im Interieur für klangvolle Akustik sorgt. Der Effekt ist bemerkenswert, setzt jedoch nur im Sport- bzw. Sport-Plus-Modus ein, so dass man auch auf niedrigem Geräuschniveau unterwegs sein kann. Ein besonderes Schmankerl ist das durch teilweise abgeschaltete Zylinder erzeugte Auspuffbrabbeln, das sich bei geöffneten hinteren Auspuffklappen einstellt. Der GTS ist jedoch nicht nur klangstärker, sondern auch schneller: Die Motorleistung wurde unter anderem dank schärferer Nockenwellen um 30 PS auf 316 kW/430 PS erhöht, und das maximale Drehmoment liegt nun nicht mehr bei 500, sondern bei 520 Nm. Daraus resultieren etwas bessere Fahrleistungen: Die Spitze steigt um 5 auf 288 km/h, die allerdings nur im sechsten Gang erreicht werden; der siebte Gang ist als Overdrive ausgelegt. Der Verbrauch liegt im Normzyklus bei 10,9 Litern pro 100 Kilometer.

Dieser Wert lässt sich bei entsprechender Fahrweise mehr als verdoppeln; derartige Verbrauchswerte allerdings sind ein Indikator für Fahrerlebnisse der gehobenen Art. Die Schaltvorgänge gehen in allen drei Stufen nochmals schneller als im Panamera 4S vonstatten. Unser Favorit ist das „Sport Plus“-Programm bei mittlerer Fahrwerkshärte, mit offenen Auspuffklappen und manuellem Gangwechsel. Dann wird die Limousine bei jedem Schaltvorgang nach vorne gepeitscht, die Lenkung arbeitet sehr präzise, und das Fahrwerk glänzt mit hoher Agilität ohne ungebührliche Härte. Schade allerdings, dass der zweite Gang so kurz übersetzt ist – offenbar um im Komfort-Programm direkt nach dem Anfahren vom ersten Gang überblenden zu können, ohne den Panamera träge wirken zu lassen. Der Sprung vom zweiten zum dritten Gang ist ungewöhnlich groß, und zu allem Überfluss wird das manuelle Herunterschalten zu restriktiv unterbunden. Auf den lang übersetzten siebten Gang kann man bei halbwegs zügigem Fahrstil getrost verzichten, und konsequenterweise ist er im Sport-Plus-Programm gesperrt.

Auf kurvigen Straßen ist der Panamera GTS in seinem Element – er wirkt leichtfüßiger als der brutale Turbo bzw. Turbo S, dessen Schwerpunkt auf der Längsdynamik liegt. Spurverbreiterung und Tieferlegung sorgen für noch mehr Agilität als bei den anderen Varianten. Drifteinlagen werden vom ESP übrigens schon im Ansatz unterbunden, das Stabilitätssystem lässt sich allerdings abschalten. Wer gerne sportlich unterwegs ist, sollte die hohe Investition in eine Keramik-Bremsanlage in Betracht ziehen.

Das Platzangebot ist – wie bei den anderen Panamera-Varianten – ausgesprochen großzügig und liegt auf dem Niveau der Oberklasse; dazu kommt ein variabler Gepäckraum. Die GTS-Variante ist mit sportlich wirkenden Farben und Applikationen ausgerüstet, lässt sich aber auch klassisch-elegant ausstatten. Und von außen sieht die neunte Panamera-Variante dem erheblich teureren Turbo zum Verwechseln ähnlich: Mit 19-Zoll-Turbo-Felgen, kantiger Auspuffkontur, den charakteristischen Bi-Xenon-Scheinwerfern in spezifischem Turbo-Design, Turbo-Tagfahrleuchten, der – beim Turbo übrigens aufpreispflichtigen – sogenannten Exclusiv-Frontschürze und dem komplexen Vierwege-Heckspoiler verwischt der GTS die baureiheninterne Hierarchie. Fortschritte im Leichtbau sind übrigens nicht zu verzeichnen: Der GTS hat gegenüber dem 4S nochmals um 60 Kilogramm zugelegt und bringt somit fast zwei Tonnen auf die Waage.

Für rund 12.000 Euro zusätzlich bietet der 116.716 Euro teure Panamera GTS nicht nur viel mehr Ausstattung als ein 4S, sondern auch etliche Technik-Details, die ihn zu einem echten Solitär im Programm adeln. Zwischen dem leichtfüßig-agilen Sechszylinder mit Hinterradantrieb und dem düster-bedrohlichen Turbo hat Porsche jetzt überzeugend die goldene Mitte definiert.

Porsche Panamera GTS – Technische Daten:

Fünftürige, viersitzige Fließheck-Limousine der Oberklasse
Länge 4,97 Meter
Breite 1,93 Meter
Höhe 1,41 Meter
Radstand 2,92 Meter
Motor 4,8-Liter-V8
Leistung 316 kW/430 PS bei 6.700 U/min
520 Nm bei 3.500 U/min
Höstgeschwindigkeit Vmax 288 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h in 4,5 s
Verbrauch 10,9 l/100 km
CO2/km 256 g
Preis ab 116.716 Euro

Jens Meiners/SP-X

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  • Lutz Schoeller schrieb:

    …Dieses Video ist eine reine Freude für die Sinne; die Menschen und das Auto faszinieren mit einer unbeschreiblich bewegenden Hintergrundmusik bis zum Ende.
    Ich gratuliere den Produzenten und der Firma Porsche zu dieser eindrucksvollen Werbeleistung!
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr
    Lutz Schoeller

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