Elektroauto:
Hat E-Mobilität eine Chance?

2. Mai 2013 | kommentieren

Seit Monaten wird das Thema E-Mobilität heiß diskutiert: in diversen Internetforen, am Stammtisch und auch in den Medien. Vertreter aus der Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Verbänden fragen sich wie die Energiewende auch im Straßenverkehr bewerkstelligt werden kann.

Die Schaffung der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) ist bezeichnend für die Stellungnahme der Bundesregierung zu dem Thema: die Dringlichkeit des Paradigmenwechselns im Individualverkehr wurde damit bereits im Mai 2010 unterstrichen. Trotzdem haben sich die Elektroautos weder in die Herzen, noch in die Garagen der Verbraucher gefahren. Das Kraftfahrbundesamt bestätigt diese These, denn laut dessen Angaben wurden zwischen Januar 2012 und Januar 2013 bundesweit nur 2.500 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Ein Tropfen auf dem heissen Asphalt. Denn im Vergleich dazu waren es bei Benzin- und Dieselfahrzeugen im gleichen Zeitraum rund 189.000 Neuzulassungen.

Kaufzurückhaltung der Verbraucher

Es gibt mehrere Gründe für die Zurückhaltung der Verbraucher. Der erste davon ist der vergleichsweise hohe Preis für ein Elektrofahrzeug, der sich auf viele potenzielle Käufer abschreckend auswirkt. Außerdem müssten mit dem E-Wagen sogar rund 270.000 Kilometer gefahren werden, bis sich die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Autos mit Dieselantrieb amortisiert haben.

Der Umstieg vom Benziner auf den Stromer lohnt sich aufgrund der finanziellen Differenz bei Neufahrzeugen erst ab über 178.000 gefahrenen Kilometern lohnt.
(Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen-Geislingen)

Nicht wirklich zieht da das Argument niedriger Verbrauchkosten der Stromer, denn in den kommenden Jahren rechnen Experten mit weiter steigenden Strompreisen. Somit bleibt die finanzielle Ersparnis bei der Fahrt mit dem E-Auto eher gering. Die meisten E-Mobile fahren auch bei vielen anderen Parametern ihrer spritbetriebenen Konkurrenz ebenfalls hinterher. Geringere Reichweite und deutlich niedrigere Geschwindigkeit (im Schnitt maximal 130 km/h) sind zwei davon. Unter Idealbedingungen kommt das Mittelfeld der E-Wagen mit einer „Stromfüllung“ rund 130 Kilometer weit.

Zu wenig E-Tanksäulen in Deutschland

Reichen für den reinen Stadtbetrieb, für längere Strecken allerdings nicht-Deutschland besitzt zu wenig E-Tanksäulen. Die schlechte Infrastruktur an öffentlichen Tankstellen stellt eindeutig ein manko in diesem Zusammenhang dar. 2011 gab es in Deutschland nur knapp 2.000 E-Tanken, der Ausbau kommt seitdem schleppend. Die Europäische Union hat genau deshalb die EU-Staaten dazu aufgerufen, die Zahl bis 2020 signifikant auszubauen. Die Kommissionsmitglieder sehen für Deutschland bis dahin runf 150.000 bestehende Ladestellen vor.

Das wäre eine Freude für die Nutzer von E-Autos, denn sie müssen derzeit alle längeren Fahrten im Voraus planen und die Streckenführung den vorhandenen Ladestationen anpassen. Eile ist ein Fremdwort bei der Tank-Rast, denn steht die Versorgung mit Drehstrom zur Verfügung, beträgt die Pausezeit mindestens 30 Minuten. Länger dauert es beim Aufladen an einer normalen Steckdose-kein E-Modell der großen Autobauer schafft diesen Vorgang unter 3,5 Stunden. Die Kennzahlen werden den Ansprüchen der modernen Gesellschaft nicht gerecht. Selbst im Stadtverkehr ist die Voraussetzung, dass die Batterie über Nacht in einer vorhandenen Garage aufgeladen werden kann. Fast unmöglich, in einer dicht-besiedelten Großstadt zum Beispiel.

Erstes Elektroauto: Premiere vor über 130 Jahren

Elektroautos auf den Strassen sind allerdings keine moderne Erfindung. Gustave Trouvé stellte der Öffentlichkeit bereits vor 130 Jahren ein dreirädriges Auto vor und das fünf Jahre vor Karl Benz‘ Patentanmeldung für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Es war sogar ein E-Rennwagen, der 1899 den bis dato gültigen Geschwindigkeitsrekord von 100 km/h brach. Befürworter der E-Autos preisen die Umweltverträglichkeit, die wartungs- und verschleißarme Motorentechnik, den hohen Wirkungsgrad und die lange Lebensdauer der Motoren sowie günstige Steuern und Versicherungsbeiträge an. Außerdem kommt das E-Auto ganz ohne Getriebe, Kupplunk, Tank, Lichtmaschine, Wasserkühlung und Auspuffanlage aus. Doch die genannten Schwächen festigen weiterhin die Zurückhaltung der deutschen Verbraucher.

Eine Hürde weniger

Eine Hürde wurde immerhin aus dem Weg geräumt: die europäische Kommission einigte sich Anang 2013 europaweit auf einen einheitlichen Stecker (Typ 2) für Elektroautos.

Die ganze Welt sagt, das ist der beste Stecker.
(Peter Ramsauer (CSU))


Die E-Mobilität hat eine Chance, wenn es der Industrie sowie Politik gelingt in naher Zukunft die Preise für E-Autos drastisch zu senken, die Ladekapazität der Batterien zu erhöhen und ein engmaschiges Netz von E-Tankstellen zu schaffen. Die erste Euphorie für die E-Autos ist bereits bei deutschen Autobauern ein wenig verflogen-Audi begräbt Medienberichten zufolge sowohl den R8 e-tron, als auch den Elektro-A-2. Eine Wende zum Plug-in-Hybriden zeichnet sich mittlerweile ab. Hier haben andere Automarken einen großen Entwicklungsvorpsrung, wie zum Beispiel Toyota.

Quelle: CHECK24 – Das Vergleichsportal

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