WRC 2013:
Loeb holt Argentiniensieg

4. Mai 2013 | kommentieren
Auto Nachrichten: loeb-holt-argentiniensiegAuto Nachrichten: loeb-holt-argentiniensiegAuto Nachrichten: loeb-holt-argentiniensiegAuto Nachrichten: loeb-holt-argentiniensieg

Der gestrige dritte Tag war mit rund 166 Kilometern auf den insgesamt fünf Wertungsprüfungen der härteste der Rallye. Rekordweltmeister Sébastien Loeb (Citroen) gab erneut alles, um sich seinen neunten Argentinien-Sieg in Serie zu sichern. Doch Volkswagen hielt massiv dagegen.

Das haben die WRC-Läufe in Mexiko, Portugal und Argentinien gemeinsam: Ungeheure Zuschauermassen und begeisterte, feiernde Fans. Selbst im Servicepark feuern sie die Mechaniker an, wenn diese in größter Eile die WRC-Renner reparieren. Die Service-Crews sind die guten Engel im Hintergrund: In kürzester Zeit setzen sie die Polo R WRC instand, wenn Volkswagens Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala von den harten Wertungsprüfungen der WRC-Rallyes kommen. Bei der aktuellen Rallye Argentinien rollte Latvala am zweiten Tag mit einem massiven Schaden an der Hinterachse auf seinen Serviceplatz.

„Ich hatte einen harten Einschlag an einem Felsen. Die Handbremse funktionierte nicht mehr“
(Jari-Matti Latvala)


Das brachte ihm für die kehrenreichen Prüfungsabschnitte rund 20 Sekunden Zeitverlust ein.

Im Service leisteten die Mechaniker beste Arbeit und tauschten innerhalb von 15 Minuten (mehr Zeit lässt das Reglement nicht zu) die komplette Hinterachse des Polo R WRC aus. In letzter Sekunde konnte Latvala noch die Abfahrtzeit einhalten und entging damit einer Zeitstrafe. Somit hat die Service-Mannschaft zum wiederholten Mal das Team im Rennen gehalten.

Der gestrige dritte Tag war mit rund 166 Kilometern auf den insgesamt fünf Wertungsprüfungen der härteste der Rallye. Rekordweltmeister Sébastien Loeb (Citroen) gab erneut alles, um sich seinen neunten Argentinien-Sieg in Serie zu sichern. Doch Volkswagen hielt massiv dagegen. Sébastien Ogier lieferte sich am Vormittag einen engen Kampf mit Loeb und musste nach einem kleinen Fahrfehler zur Halbzeit die Gesamtführung an seinen Landsmann abgeben. Auf der siebten Prüfung des Tages ging Loeb volles Risiko, schob sich mit nun 8,9 Sekunden Vorsprung auf den ersten Rang vor Mikko Hirvonen (Citroen) und Sébastien Ogier (+ 26,3 Sekunden).

Wende am Nachmittag

Doch Ogier und Volkswagen agieren strategisch. Loebs Zeiten sind nicht entscheidend, denn für die Fahrerwertung ist Mikko Hirvonen der größte Konkurrent, da Loeb nach Argentinien nur noch eine Rallye bestreiten wird.

„Der Rückstand auf Hirvonen ist durchaus noch aufzuholen“
(Jost Capito, Motorsportdirektor)


Nun ist es wirklich der von vielen herbeigesehnte Krimi in Argentinien geworden.

Am Nachmittag die Wende: Loeb prescht vorweg, Ogier hinterher. Am Ende der achten Prüfung ist Mikko Hirvonens Vorsprung auf Sébastien Ogier zunichte gemacht. 32,6 Sekunden nahm Ogier dem Finnen in Citroens Diensten ab und ist zu diesem Zeitpunkt neuer Zweitplatzierter mit 29,7 Sekunden Rückstand auf Sébastien Loeb.

Die WP neun endete nach 39,16 Kilometern mit einem Sieg von Sébastien Loeb. Aktueller Rückstand im Gesamtklassement von Ogier auf Loeb: 40,3 Sekunden. „So einen scharfen Zweikampf haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Loeb und Ogier machen diese Rallye zu einem echten Highlight“, ist WRC-Fan Gilberto Braga begeistert. Dabei hatte es diese Wertungsprüfung echt in sich. Zunächst blieb Mikko Hirvonen stehen (Reifenschaden). Kurze Zeit später erwischte Jari-Matti Latvala mit dem zweiten Polo nach einem Sprung unglücklich einen Felsen, musste einen Reifen wechseln und konnte dann weiterfahren

Volkswagens Nummer Drei Andreas Mikkelsen demolierte sich die Aufhängung und schleppte sich zurück in den Service Park. Damit schied er aus dem Kampf um die vorderen Plätze aus.
Die Spezial-Prüfung am Abend gewann Jari-Matti Latvala vor Ogier und Loeb. Vor dem entscheidenden letzten Tag der Rallye Argentinien führt Sébastien Loeb das Klassement an, gefolgt von Sébastien Ogier (+ 39,8 Sekunden) und Evgeny Novikov mit zwei Minuten und 43,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Volkswagen-Pilot wollte Reserven sparen

Der letzte Tag wartete mit vier Wertungsprüfungen auf. Mit auf dem Plan: „El Condor“, jene berühmt-berüchtigte Piste mit viel Fels, Staub und engen Kurven. Sébastien Ogier ließ es ruhig angehen. Reifen schonen stand ganz oben auf der Agenda, weshalb er Sébastien Loeb ziehen ließ. Denn für die letzte Prüfung der Rallye – die Powerstage – wollte der Volkswagen-Pilot alle möglichen Reserven haben. Auf der Powerstage werden nochmals Punkte für die Fahrerwertung vergeben. So gibt es für einen Sieg drei extra Punkte.

Und es war Jari-Matti Latvala der sich auf dieser Sonderprüfung die drei Punkte sicherte, gefolgt von seinem Team-Kollegen Sébastien Ogier. Rekordweltmeister Sébastien Loeb landete auf Rang drei.

So siegte in der Endabrechnung Loeb zum neunten Mal in Folge in Argentinien mit 55 Sekunden Vorsprung vor Ogier und Latvala (+ 1:05,8). Letzterer sicherte sich seinen Podiumsplatz im zweiten Polo R WRC nach einer fulminanten Aufholjagd am letzten Tag. Schließlich auf der vorletzten Prüfung, zog er noch an Evegeny Novikov (Ford) vorbei und verteidigte seine Position bis ins Ziel. Ogier sicherte sich fünf WP-Siege und blickt nun zuversichtlich auf den sechsten WM-Lauf in Griechenland. (tw)

//Artikel bewerten
//Artikel empfehlen

//Schreibe deine Meinung!



* (Pflichtfeld)