Skoda Superb:
Feinschliff fürs Flaggschiff

16. Mai 2013 | kommentieren
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Er hat die Hälfte seiner Lebenszeit überschritten: Zeit also, dem Superb ein Facelift zu spendieren. Skoda hat seinem Topmodell neben etwas Kosmetik noch ein paar Gramm CO2 hier und da abtrainiert. Nicht ganz so weit wie gerade mit dem Octavia der dritten Generation gezeigt, gehen die Tschechen bei der Überarbeitung des Flaggschiffs in Sachen Fahrhilfen.

Neue Frontpartie

Der optische Feinschliff erschließt sich auf den ersten Blick eher nur Kennern der Marke. Dennoch ist die komplette Frontpartie bis zur A-Säule neu. Die neue Motorhaube zieht sich nun etwas weiter nach unten und nimmt in der Mitte das neue Markenlogo auf. Die Chromspange, die beim Vorgänger den geflügelten Pfeil trug, ist verschwunden. Dafür ist nun der Kühlergrill entsprechend eingefasst. Die neuen Scheinwerfer geben dem ansonsten doch recht brav gestalteten Skoda jetzt mehr Gewicht. Hervor stechen die vertikal angelegten LED-Streifen für Tagfahrlicht und Blinker, die Scheibenwaschanlage wanderte ein Stück nach oben und ist nun in die Scheinwerfereinheit integriert.

Auf Wunsch ist das adaptive Fahrlicht der Bi-Xenon-Scheinwerfer jetzt ebenfalls in LED erhältlich. Das Leuchtstreifenthema setzt sich in den neuen Rücklichtern fort. Sie behalten die markentypische C-Form, sind aber jetzt in drei separate Einheiten unterteilt. Auffällig ist auch die Einkerbung des Hecks analog zum Octavia. Die zweigeteilten Rückleuchten sind bei der Limousine künftig anders angeordnet. Die inneren Einheiten wanderten nach oben, wo sie ein ausgeprägteres Dreieck bilden. Beim Kombi hat Skoda diese geometrische Figur in Blech ausgeformt, ging es den Designern doch vor allem darum, der Limousine mehr optische Breite in der Rückansicht zu verleihen.

Neue Optik

Neue Drei- und Vierspeichenlenkräder, neue Farben und Bezüge der Sitze sowie eine erweiterte Auswahl an Dekoreinlagen bis hin zur Holzoptik sollen das Wohlbefinden steigern, schließlich bietet der Superb mehr Platz als so manche Oberklasselimousine. Dazu passt auch die neue Option, den Beifahrersitz über Schalter links in der Lehne auch von hinten aus elektrisch zu verstellen. Gepaart ist das üppige Raumangebot nach der Überarbeitung mit noch effizienteren Triebwerken. Die meisten Motoren haben jetzt Start/Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung. So konnte der Verbrauch um bis zu 19 Prozent gesenkt werden.

Für den weiter optimierten Superb Green Line beträgt der Normdurchschnittverbrauch nun nur noch 4,2 Liter pro Kilometer (Combi: 4,3 l) – für ein über 4,80 Meter langes Auto mit mehr als 15 Zentimetern Kniefreiheit im Fond ein exzellenter Wert. Natürlich haben die 77 kW / 105 PS des 2,0-Liter-Dieselmotors ein wenig Mühe mit dem Anderthalbtonner, aber das Aggregat erledigt seine Aufgabe brav, schafft den Sprint von null auf 100 km/h in immer noch 12,2 Sekunden und schrammt als Limousine nur knapp an der 200-km/h-Grenze vorbei.

Sparsamste Kombiversion

Wir kamen mit der sparsamsten Kombiversion bei vorschriftsmäßiger Fahrweise in Österreich (innerorts: 50 km/h, Landstraße: 90 km/h, Autobahn: 130 km/h) nach Bordcomputerangaben auf 4,8 Liter. Alle Achtung! Doch auch wer spürbar mehr Leistung möchte, muss dafür nicht überproportional mehr tanken. Der Spitzendiesel mit 125 kW / 170 PS erreicht im neuen Europäischen Fahrzyklus immer noch hervorragende 4,6 Liter. Bei ihm baut Skoda mit der Modellpflege außerdem die Wahlmöglichkeiten aus. Er ist nun auch mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe bestellbar.

Eine weitere Neuheit ist der erweiterte Parkassistent: Er lenkt den Superb in Zukunft auch in querliegende Lücken ein. Das war es dann – bis auf die Müdigkeitserkennung – aber merkwürdigerweise auch schon wieder in Sachen neuer Assistenzsysteme. Weder ACC noch ein Spurhalte-Assistent oder Toter-Winkel-Warner bekommt der Superb mit der Auffrischung spendiert. Da hat der gerade erst vorgestellte Octavia der dritten Generation deutlich mehr zu bieten. Skoda kontert mit dem Hinweis auf die sensible Preispolitik für das Flaggschiff. Und wer aufgepasst hat, dem wird nicht entgangen sein, dass der Superb bei allem jetzt vorgenommenen Feinschliff immer noch eine Generation älter ist als der neue Octavia und seinen Lebenszenit überschritten hat. Da dürfen dann Eins und Zwei getrost zusammengezählt werden.

Den sonstigen Tugenden des Superb tut das keinen Abbruch. Da sind in erster Linie das in dieser Klasse unschlagbare Raumangebot, pfiffige Details wieder der Regenschirmhalter in der linken hinteren Tür mit Wasserabfluss, die herausnehmbare LED-Leuchte beim Kombi und der Twindoor-Kofferraum bei der Limousine. Letzteren hat Skoda mit dem Facelift ebenfalls optimiert. Statt des Umschalters gibt es nun zwei getrennte Tasten für das reine Öffnen des Kofferraumdeckels und das Hochschwenken der gesamten Konstruktion einschließlich der Heckscheibe. Los geht es bei knapp 24 000 Euro.

Daten Skoda Superb Combi 1,6 TDI Green Line

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,83 x 1,82 x 1,50
Motor: Vier-Zylinder-Turbodiesel, 1598 ccm
Leistung: 77 kW / 105 PS bei 4400 U/min
Maximales Drehmoment: 250 Nm von 1500 – 2500 U/min
Verbrauch (Schnitt nach EU-Norm): 4,3 l/100 km
Kohlendioxidemission: 113 g/km / EU5
Effizienzklasse: A
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Luftwiderstandsbeiwert: 0,28
Leergewicht / Zuladung: 1541 kg / 563 kg
Kofferraum: 633 – 1865 Liter
Basispreis: 28 690 Euro

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