Ford C-Max Energi Plug-in-Hybrid:
Der sparsamste seiner Art

7. Juni 2013 | kommentieren
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Pioniere sind populär in Kalifornien. Wer im umweltpolitischen Vorzeigestaat up-to-date sein will, legt bei der Mobilität mehr Wert auf Nachhaltigkeit als auf Kosten. Immer öfter steht nicht nur ein Hybrid unterm Solar-Carport, sondern ein noch sparsamerer, aufladbarer Plug-in-Hybrid. Zu diesem Segment gehört auch der neue Ford C-Max Energi. Seit Oktober 2012 heizt er seiner Saubermann-Konkurrenz mächtig ein.

Schlagkräftige Argumente

Denn mit 140 kW/191 PS ist der Ford nicht nur stärker als ein Toyota Prius Plug-in (100 kW/136 PS) oder Chevrolet Volt (111 kW/150 PS), sondern verbraucht auch weniger und glänzt mit einem konkurrenzfähigen Preis – schlagkräftige Argumente, die auch in Deutschland ab 2014 den Absatz des fortschrittlichen Ford C-Max Energi ankurbeln könnten.

© Ford
Nach US-Rechenmodus kommt der Komapkt-Van auf einen Normverbrauch von 2,35 Litern

2,35 l/100 km Normverbrauch attestiert die U.S. Environmental Protection Agency (EPA) dem frischgebackenen Musterknaben unter den Plug-in-Hybriden. Damit ist der C-Max Energi der sparsamste seiner Art und lässt den größten Konkurrenten Toyota Prius hinter sich, dessen Normverbrauch bei 2,48 l/100 km liegt. Dies trägt einen Teil dazu bei, dass der Neuling in den ersten zwei Monaten nach Marktstart erstaunliche 8.030 Mal die Showrooms amerikanischer Ford-Händler verlassen hat.

Praxisverbrauch hängt vom Fahrprofil ab

Die offiziellen Verbrauchswerte sind beim Plug-in-Hybrid allerdings immer knifflig, denn mehr als sonst hängt ein realistischer Praxisverbrauch hier vom Fahrprofil ab: Je öfter das Auto nach möglichst kurzen Strecken an der Steckdose hängt, desto niedriger der Verbrauch. Im Idealfall genügt jeweils die rein elektrische Maximalreichweite von 30 km, ehe am Arbeitsplatz oder zu Hause die Lithium-Ionen-Akkus nach knapp drei Stunden an einer Haushaltssteckdose wieder voll sind. Diese Fortbewegung im Flüstermodus klingt für Passanten spektakulär und schont den Geldbeutel des Energi-Fahrers vor jeglichem Benzintanken.

© Ford
Der Blick in den Motorraum

Die Energiespeicher haben eine Kapazität von stattlichen 7,6 kWh, bringen aber zwei Nachteile mit sich: Mit ihnen steigt das Leergewicht des Ford C-Max Energi auf stolze 1.768 Kilogramm, das sind immerhin 273 Kilo mehr als der Rivale von Toyota. Und das maximale Stauvolumen bei umgeklappter Rücksitzbank sinkt im Vergleich zum konventionellen C-Max von 1.742 auf 1.212 Liter.

Innenraum glänzt mit viel Raum

Im Normalzustand geht unter der Gepäckabdeckung der Platz für einen größeren Koffer verloren. Insgesamt aber glänzt der Innenraum des C-Max wie beim konventionellen Modell mit viel Raum auf allen fünf Plätzen, angenehm hoher Sitzposition, präziser Lenkung, guter Rundumsicht und hohem Federungskomfort. Dennoch lässt sich der C-Max sehr agil bewegen. Ein Display informiert unter anderem über den Ladezustand der Akkus sowie die rein elektrische Restreichweite und liefert somit Motivation zum sparsamen Fahren.

© Ralf Schütze/SP-X
Der Akku schränkt den Kofferraum ein

Im realen Mega-Verkehr von Los Angeles betrug die rein elektrische Reichweite immerhin 27 Kilometer – kaum weniger als die Herstellerangabe von 30 Kilometer. Dabei ergab sich über gut 450 Kilomter hinweg ein Praxisverbrauch von 5,6 l/100 km, ohne zwischendurch die Akkus aufzuladen. Hilfreich dabei: In Kalifornien dürfen Hybridautos immer die „Carpool Lane“ für zwei und mehr Passagiere benutzen, auf denen der Verkehr oft am Stau vorbeifließt – selbst wenn ein einsamer Berufspendler am Steuer sitzt. Der C-Max Energi lässt sich dank Plug-in-Technologie umso sparsamer bewegen, je öfter man ihn zwischendurch an die Steckdose hängen kann.

Hohes Drehmoment des Hybrid-Systems

Wer sich in einem Fenster von rund 60 km Fahrstrecke bewegt, wird den Normverbrauch von 2,35 l/100 km tatsächlich erreichen können. Selbst im Großraum Los Angeles ist das für sehr viele Pendler der Fall. Die Gesamtreichweite mit vollen Akkus und vollem Benzintank beträgt beachtliche 998 km. Das reicht locker für einen Wochenend-Trip von Los Angeles nach Las Vegas und wieder zurück – oder ab nächstem Jahr für eine Reise durch Deutschland von Nord nach Süd. Die Übergänge zwischen Strom- und Benzinbetrieb bewältigt der Hybrid-Ford sehr geschmeidig. Nur bei starker Beschleunigung und schwachen Akkus macht sich der einsetzende Vierzylinder bemerkbar. Beim Cruisen dagegen ist vom Wechselspiel zwischen Benzin- und Elektromotor nichts zu spüren.

© Ford
Im realen Mega-Verkehr von Los Angeles betrug die rein elektrische Reichweite immerhin 27 Kilometer

Ein Garant für Fahrspaß ist das hohe Drehmoment des Hybrid-Systems. 175 Nm steuert der Benziner, stolze 240 Nm der Elektromotor bei. Die Gesamtzugkraft des Systems liegt geschätzt zwischen 275 und 300 Nm. Das CVT-Getriebe macht insgesamt eine gute Figur, nur das Anfahren im Rückwärtsgang fällt auch nach einer Eingewöhnungsphase oft ruckelig aus. Legt man die Preise der beiden Hauptkonkurrenten Toyota Prius und Chevrolet Volt in USA und Deutschland zugrunde, so wird der Ford C-Max Energi hierzulande etwa 37.000 Euro kosten. Das wird zwar den Weg zum Massenprodukt versperren, aber trotzdem für hohe Anteile bei der Hybrid-Kundschaft sorgen. Im Heimatmarkt USA wildert der Neue von Ford bislang vor allem beim Hauptrivalen Toyota Prius, direkt gefolgt vom konventionell angetriebenen SUV Honda CR-V.

Ford C-Max Energi Plug-in Hybri – Technische Daten:

Kompakt-Van, Länge: 4,40 Meter, Breite: 1,83 Meter (mit Außenspiegel 1,92 m), Höhe: 1,62 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Kofferraumvolumen: max. 1.212 LiterMotor: 2,0-Liter-Benziner, 105 kW/143 PS, max. Drehmoment 175 Nm,Elektromotor: 88 kW/120 PS, max. Drehmoment 240 NmSystemleistung: 140 kW/191 PS 0-100 km/h; k. A., Vmax: 164 km/h, Normverbrauch: 2,35 Liter je 100 Kilometer, CO2-Ausstoß: ca. 55 g/km, Preis: 33.745 $ in USA, ca. 37.000 Euro in Deutschland

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