Test: Citroen DS3 Cabrio -
Die Freude am Faltverdeck

4. August 2013 | kommentieren
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Ein echtes Cabrio oder doch nur ein Fahrzeug mit besserem Schiebedach? Über das DS3-Cabrio von Citroen dürften die Meinungen auseinandergehen. Andere Eigenschaften des Franzosen sind dagegen über alle Zweifel erhaben.

Ja, das passte mal: Während unserer 14 gemeinsamer Tage erlebten das DS3 Cabrio und wir alles, was wettertechnisch zum Testen eines offenen Fahrzeugs vonnöten ist – von sengender Sonne bis Starkregen. Und dazwischen tatsächlich auch mal warme, gemäßigte Temperaturen, die man eigentlich für eine Cabriofahrt benötigt.

Freiheit hinterm Lenkrad

Aber Moment mal, darf sich dieser Franzose denn überhaupt „Cabrio“ nennen? Denn letztlich ist der offene DS3 ja kein klassischer Offener wie etwa der Mini, sondern lediglich eine Faltdach-Limousine, wie sie auch Fiat mit dem 500 C anbietet. Der eine Cabrio-Fan wird sich von diesem Auto daher empört abwenden und ihm jede auch nur Cabrioähnlichkeit absprechen, ein anderer wird sich denken: Hauptsache die Sonne im Rücken, Wind von vorne und ein Gefühl von Freiheit hinterm Lenkrad. Ganz objektiv-subjektiv gesagt: Ein hundertprozentiges Cabriogefühl kann ein solches Auto nicht vermitteln, muss es ja auch nicht unbedingt.

© Citroen
Der Aufpreis gegenüber der Limousine ist saftig

Denn obwohl der Aufpreis des elektrisch bis 120 km/h zu öffnenden und zu schließenden Verdecks mit 2.800 Euro zur normalen Limousine ziemlich happig ausfällt, bleibt der DS3 als Cabrio doch einer der preiswertesten Möglichkeiten, offen zu fahren. Billiger geht es nur im Fiat 500 C, im Renault Wind und im allerdings nur zweisitzigen offenen Smart.

2+2-Sitzer

Ab knapp 18.000 Euro darf man sich das Vergnügen im Citroen gönnen. Unter den drei Benzinern und einem Diesel, die als Antrieb zur Wahl stehen, entschieden wir uns für den großen Benziner. So wird das DS3 Cabrio zwar schon mindestens 23.810 Euro teuer, dafür ist diese Motorisierung aber auch mit Abstand die Beste. Das gemeinsam mit BMW entwickelte und auch bei Mini und Peugeot zum Einsatz kommende Aggregat überzeugt durchaus nicht in jedem Fahrzeug der beiden Konzerne. Im offenen DS3 entpuppt es sich aber als goldrichtig: so leise und drehfreudig, wie es für ein Cabrio vonnöten ist.  Sparsam ist das Aggregat allerdings auch bei fleißiger Betätigung des manuellen Sechsganggetriebes nicht. Trotz überwiegend moderater Fahrweise mit hohem Landstraßenanteil flossen während der beiden Testwochen im Durchschnitt 8,4 Liter je 100 Kilometer aus dem Tank Richtung Brennraum. Das sind stolze zweieinhalb Liter mehr als versprochen und ist sicher kein Ruhmesblatt für das ansonsten überzeugende Aggregat.

© Citroen
Das Design verzichtet auf übertriebene Retro-Anleihen

Zwei Türen und fünf Sitze (!) – diese Angaben zum Fahrzeug findet man in den technischen Daten. Und das ist objektiv auch richtig. Allerdings möchte man schon einem einzigen Passagier den beschwerlichen Einstieg auf die Rückbank und das anschließende klaustrophobische Gefühl nicht zumuten. Nein, dieser DS3 geht vielleicht noch als Cabrio durch, aber sicher nicht als Fünfsitzer, sagen wir ein 2+2-Sitzer. Macht nichts, diese Art Auto wird sowieso meist von Singles oder Paaren genutzt. Die werden sich über die Staumöglichkeit auf dem Boden der Rücksitze (für alles was wegkullern kann) und auf den Polstern selbst (für Kartons und Tüten) freuen. Denn der Kofferraum gibt mit 245 Litern nicht allzu viel her und ist zudem nur über eine recht hohe und noch dazu winzig kleine Ladeöffnung zu füllen. Im Vergleich zu den Wettbewerbern in dieser Klasse ist der Stauraum-Wert jedoch trotzdem Spitze.

Schwer durchschaubare Bedienung

Mit der DS-Linie setzt Citroen auf mehr Optik, Sportlichkeit und Qualität als bei den Normalo-Modellen. In puncto Aussehen gelingt das ganz vorzüglich. Der 3er überzeugt von außen mit einem luftigen Design, vor allem das Dach scheint fast zu schweben und die B-Säule in Stil einer Haifischflosse ist nachgerade originell. Innen überzeugt der Citroen mit liebevoller Verarbeitung, allerdings auch mit anfangs schwer durchschaubarer Bedienung und Materialien, die dem ersten Eindruck nicht immer standhalten.  

© Citroen
Auch innen geht es sportlich zu

An Ende überwiegen aber die positiven Eindrücke: eine gelungene Optik, ein toller Motor und ein angemessener Preis. Leichte Schwächen bei der Bedienung, nicht immer perfekte Materialien und die Tatsache, dass es sich nicht um ein „Vollcabrio“ handelt, lassen sich das leicht verschmerzen. Mit der Marke Citroen geht es schon seit einiger wieder aufwärts, was sich gerade an Produkten der DS-Linie oder dem Picasso festmachen lässt. Der DS3 ist auch und vor allem als Faltdach-Cabrio ein Teil dieser sich neu andeutenden Erfolgsgeschichte.

Citroen DS3 Cabrio – Technische Daten:
Zweitürige, fünfsitzige Cabrio-Limousine; Länge: 3,95 Meter, Breite: 1,72 Meter, Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 2,46 Meter, Kofferraumvolumen: 245 Liter
1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner, 115 kW/156 PS, maximales Drehmoment: 240 Nm bei 1.400 U/min, 0-100 km/h: 7,4 s, Vmax: 210 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,9 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 137 g/km, Effizienzklasse: D, Testverbrauch: 8,4 Liter
Preis: ab 23.810 EuroKurzcharakteristik:
Alternative zu: Fiat 500 C, Mini Cabrio
Passt zu: Menschen, denen ein Mini Cabrio inzwischen zu profan ist
Sieht gut aus: in Paris und der Provence – aber auch in Berlin und am Bodensee

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