Gebrauchtwagen-Check: Opel Agila
Das A vor dem Adam

11. August 2013 | kommentieren
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Er fängt auch mit A an, ist aber nicht halb so schnittig wie der Opel-Zwerg Adam: der Agila. Dafür hat Letzterer eine Menge anderer Qualitäten – unter anderem ein gutes Durchhaltevermögen.

„Regsam und wendig“

Autonamen werfen ja häufig Fragen zu ihrer Bedeutung auf oder werden gleich missverstanden. Anders ist es beim Opel Agila. Als „regsam und wendig“ definiert der Duden das Adjektiv „agil“. Das passt perfekt zum kleinen Stadtgefährt der Rüsselsheimer. In der zweiten Generation, die seit 2008 bis heute auf dem Markt ist, macht der Kleine auch als Mehrjähriger noch eine flotte Figur.
 

© Opel
Der Arbeitsplatz des Fahrers ist aufgeräumt, Hartplastik dominiert

Karosserie und Innenraum: In der ersten Generation war der Agila noch ein Microvan, die zweite schrumpfte sieben Zentimeter in der Höhe und wuchs 20 Zentimeter in die Länge, auf  3,74 Meter. Von Van kann also keine Rede mehr sein, dafür sieht der Agila jetzt – Achtung Wortwitz – agiler aus. Wer genau hinschaut, sieht die enge Verwandtschaft zum Suzuki Splash, mit dem sich der Agila Plattform und Technik teilt. Recht hoch sitzt man innen trotzdem noch, auch der Einstieg ist zumindest vorn bequem. Im Kofferraum mit 225 Litern hat ein Einkauf ordentlich Platz, für mehr Transportfläche klappt man die Sitze um und kommt auf gut 1.000 Liter. Innen dominiert Hartplastik, dafür kann man Sitze und Armaturenbrett mit fröhlichen Farben ordern, die allerdings Aufpreis kosten. Der Fahrer-Arbeitsplatz ist aufgeräumt.

Magere Basis-Ausstattung

 

Motoren und Antrieb: Als Synonyme für agil nennt der Duden auch „temperamentvoll“. Das wiederum kann man nicht ganz so stehen lassen. Die Benziner mit 1,0 und 1,2 Litern Hubraum wurden zwar mit der Überarbeitung 2010 um ein paar PS stärker, richtig feurig sind die je nach Baujahr zwischen 48 kW/65 PS und 69 kW/94 PS starken Aggregate aber nicht. Immerhin 175 km/h schnell wird der größere Benziner. Agila-Fahrer klagen bisweilen über einen Verbrauch, der deutlich über dem vom Hersteller angegebenen liegt. Bei späteren Modellen kann ein Start-Stopp-System optional den Durst drücken. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, beim größeren Benziner steht eine Viergang-Automatik optional zur Verfügung. Bis 2010 gab es den Agila auch noch mit einem 55 kW/75 PS starken Dieselmotor.
 

© Opel
In der ersten Generation war der Agila noch ein Microvan, die zweite schrumpfte sieben Zentimeter in der Höhe und wuchs 20 Zentimeter in die Länge, auf 3,74 Meter

Neben der recht mageren Basis-Ausstattung „Agila“ für den 1,0-Liter-Benziner, die aber zielgruppengemäß in Serie immerhin Isofix-Ösen und Kindersicherung in den hinteren Türen bereithält, gibt es die üppig Variante „Edition“, Standard für die höhere Motorisierung. Sie enthält fast alles, was man in einem Kleinwagen braucht, unter anderem Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, CD-Radio und eine teilbare Rücksitzbank. ESP gibt es allerdings nicht serienmäßig, also sollte man bei einem Gebrauchen darauf achten, dass der Erstbesitzer es hinzu gebucht hat. Kopfairbags kosten ebenfalls. In der Crashtest-Wertung des Euro-NCAP hat der Agila vier von fünf Sternen erreicht.

Kann nicht mithalten mit „coolem Konzernbruder“

 

Völlig im Soll liegt der Rüsselsheimer bei der Hauptuntersuchung. Kein Rost, das Fahrwerk solide, die Bremsen meist ohne Schwächen. Lediglich die Leuchten bemängelt der TÜV hin und wieder mal. Typisch für einen Stadtflitzer hat der Agila meist wenig Strecke zurückgelegt. Bei der ersten HU notieren die Prüfer im Schnitt 25.000 gefahrene Kilometer, der Durchschnitt liegt laut TÜV bei 47.000.


 

© Opel
Die inneren Werte stimmen bei dem kleinen Rüsselsheimer, auch wenn er ein paar Jahre älter ist

Mit seinem coolen Konzernbruder, dem Opel Adam, kann der Agila in Sachen Style so gar nicht mithalten. Aber es soll ja auch Autokäufer geben, denen es nicht um den schönen Schein geht. Die inneren Werte stimmen bei dem kleinen Rüsselsheimer, auch wenn er ein paar Jahre älter ist. Modelle mit rund 50.000 Kilometern auf dem Tacho werden etwa ab 5.000 Euro gehandelt. Die sind gut investiert: Mit einem gebrauchten Modell der aktuellen Generation kann man nicht viel falsch machen.

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