Ratgeber: Autofahren im Sommer
Was erlaubt ist und was nicht

13. Juni 2014 | kommentieren

Bei heißen Temperaturen kann das Autofahren zur echten Belastung werden. Um einen kühlen Kopf zu bewahren, verzichten manche Fahrzeugführer dann auf Schuhe oder unnötigen Stoff. Nur im Bikini, barfuß oder nackt –was ist nach der Straßenverkehrsordnung hinterm Steuer erlaubt?

Wenn es richtig heiß wird, fallen bei manchen Autofahrern die Hüllen – und die Hemmungen. Doch nicht alles was gefällt, ist auch erlaubt.

Sich barfuß oder mit Flip-Flops ans Steuer zu setzen ist grundsätzlich erlaubt. Ein Bußgeld droht dabei nicht. Kommt es allerdings zu einem Unfall, können Gerichte das als Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht werten und dem Fahrer eine Teilschuld zusprechen. Im schlimmsten Fall kann auch die Versicherung die Leistung ganz oder teilweise verweigern, teilt der ADAC mit. Deswegen raten Experten von Sandalen ab: Ohne feste Schuhe rutscht man leichter vom Pedal und kann so möglicherweise im entscheidenden Moment nicht kräftig genug bremsen. Übrigens: Wer beruflich im Auto unterwegs ist, muss festes Schuhwerk tragen.

Bei großer Hitze lediglich im Bikini oder in Badehose ins Auto zu steigen ist auch erlaubt. Es ist nicht verboten, sich leicht bekleidet hinter Steuer zu setzen. Verzichtet man jedoch komplett auf Stoff, wird es problematisch. Denn das kann unter Umständen als Erregung öffentlichen Ärgernisses gelten.

Vorsicht ist auch bei zu dunklen oder knalligen Gläsern von Sonnenbrillen geboten. Diese können die Farben von Ampeln und Verkehrsschilder verfälschen, deswegen sollte die Tönung höchstens 75 Prozent betragen.  

Wer das Autoinnere und die Passagiere vor Sonneneinstrahlung schützen möchte, muss beachten, dass nur die hinteren Fenster verdunkelt werden dürfen. Die Windschutzscheibe und die vorderen Fenster müssen frei bleiben. Außerdem ist ein Verkleben der Scheiben nur mit zugelassener Folie erlaubt. Sollte die Sicht des Fahrers eingeschränkt sein, droht ein Bußgeld von 10 bis 80 Euro.

Auch wenn Fahrten in den Urlaub für Kinder meist langweilig sind, darf der Nachwuchs nicht im Wohnwagen oder Wohnmobil spielen. Alle Passagiere müssen während der Fahrt angeschnallt auf den Sitzen, beziehungsweise im Kindersitz gesichert bleiben. Übrigens: Auch auf kurzen Strecken dürfen nur so viele Personen befördert werden, wie Sitzplätze eingetragen sind. Ansonsten droht ein Bußgeld von 30 Euro.

Wer sein mobiles Heim auf einer öffentlichen Straße abstellt, darf darin auch übernachten, sofern es nicht durch Schilder verboten ist. Eine einmalige Übernachtung im Wohnmobil oder Wohnwagenverstößt nicht gegen den Grundsatz wonach die Straße vorwiegend zum Zwecke des Verkehrs zu benutzen ist. Der Fahrer ist sogar verpflichtet, Fahrten im übermüdeten Zustand zu vermeiden.  Sobald das Parken campingartig wird, wird der Gemeingebrauch jedoch überschritten.

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