Motorsport History
Auf Kottulinskys Spuren

23. September 2012 | kommentieren

Volkswagens Dreifachsieg bei der Rallye Dakar mit den Race Touareg von Volkswagen Motorsport ist immer noch allgegenwärtig. Was viele aber nicht mehr wissen: Schon vor 32 Jahren wurde dieses knallharte Rennen – damals in seiner erst zweiten Auflage – siegreich mit einem Volkswagen bestritten. Freddy Kottulinsky und Co-Pilot Gerhard Löffelmann gewannen 1980 den afrikanischen Wüstenritt souverän mit einem Volkswagen Iltis.

Wir fuhren diesen historischen Geländewagen mehr als 1000 Kilometer quer durch Deutschland und wandelten dabei auch auf den Spuren des Dakar-Siegers von 1980 im sächsischen Schleiz. Es ist jener Ort des legendären „Schleizer Dreiecks“, einer traditionsreichen Rennstrecke. Der Rundkurs besteht, wie der Circuit de la Sarthe in Le Mans, teilweise aus normalen Straßenabschnitten. Sie werden an Veranstaltungstagen für die Motorrad- und Bergrennen für den normalen Verkehr gesperrt. Ihre Glanzzeiten erlebte diese Piste in den 1960er Jahren mit diversen Läufen der internationalen Formel-3-Meisterschaften.

In Schleiz wirkte Kottulinsky bis zu seinem Tod im Jahr 2010 am Erhalt der Strecke mit. Sein Geist ist hier allgegenwärtig. Erst recht in seinem alten Einsatzfahrzeug. Gemessen an einer Wüsten Rallye Paris Dakar über rund 6000 Kilometer – damals hieß sie übrigens noch „Rallye Oasis“ – sind knapp 1000 Kilometer in Deutschland natürlich nichts. Aber schnell ist klar: Die fahrerische Leistung Kottulinskys auf der härtesten Rallye der Welt ist umso höher einzuschätzen, betrachtet man die schiere Einfachheit des „Dakar-Iltis“ mit der Startnummer 137.

Was muss das für eine Schwerstarbeit in der Wüste gewesen sein, geradezu verwegen. 75 PS, dünne Bereifung und ein hoch schwankender Karosserieaufbau mit mehr als einer Tonne Gewicht. Dazu die unmenschlichen Wetterkapriolen in der Sahara aus Hitze und Kälte. Eine Höchstbelastung für Mensch und Material.

Der Dakar-Iltis wurde gebaut, um geradeaus zu fahren. Enge Kurven erfordern einen gezügelten Gasfuß. Wenn möglich den Schwung mitnehmen und gut einsehbare Kurven schneiden. Schön wäre auch einfach nach Querfeldeinmethode über Grasstreifen oder einfach gerade von A nach B durch fahren. Der Iltis ist eben ein Geländewagen mit extrem kurzer Übersetzung seines Viergang-Getriebes. Bis Tempo 120 steht immer das optimale Drehmoment zur Verfügung.

Eine wahre Herausforderung war es, diesen Renner zu lenken. Und eine noch größere Freude für alle Rennsportfans und Freunde der Oldtimer-Szene ist es, dass Marken wie Volkswagen ihre Tradition pflegen und ihre historischen Fahrzeuge in ihren klassischen Sammlungen am Leben und damit für die Menschen stets präsent halten. (ampnet/Sm)

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