BMW Pininfarina Gran Lusso Coupé
Italian Connection

26. Mai 2013 | kommentieren

Vor rund 48.000 Jahren fiel in Neuseeland eine Mooreiche um. Das wäre an sich keine Nachricht. Aber geborgene Teile dieses speziellen Baumes haben jetzt ein zweites Leben im Innenraum eines Autos erhalten. Wo sonst typische Edelhölzer verbaut werden würden, ziert das honigfarbene Steinzeitgehölz Armaturentafel, Mittelkonsole und die Innenverkleidungen der Türen.

Luxus kann manchmal ganz unscheinbar wirken. „Und ist sogar noch nachhaltig“, wie Fabio Fillipini, der Designchef von Pininfarina lachend feststellte. „Dieser Baum musste nicht erst gefällt werden.“ Dieses Kauri-Holz ist nur ein bemerkenswertes Detail im Gran Lusso Coupé, das BMW und die legendäre Designschmiede aus Turin gemeinsam ersonnen haben.  Im Rahmen des Concorso d`Eleganza am Comer See, dort wo alljährlich auch die schönsten Konzeptfahrzeuge und Prototypen von gestern zur Kür vorfahren, wurde nun auch sein erster großer Auftritt gefeiert.

© BMW
Der Innenraum hat neben Kauri-Holz noch mehr Gran Lusso-Luxus zu bieten.

Es gibt Luxus, und dann gibt es noch den ganz großen Luxus – eben Gran Lusso. Davon versteht man bei Pininfarina traditionell sehr viel, hat man doch schon vor 80 Jahren in den Anfangsjahren der Karosserieschneiderei edle Gefährte geschneidert. Gleichzeitig sind in Turin aber auch Sportwagen von Ferrari, Maserati oder Lancia gezeichnet worden, die zu ihrer Zeit stilbildend waren. Für BMW-Designchef Karim Habib, der schon als Junge diese Autos bewundert hatte, war der Auftrag an Pininfarina ganz klar: ein großes Sportcoupé zu bauen, das fernab von den Zwängen der Serienproduktion zukünftigen Luxus der Sonderklasse darstellen sollte. Designer sprechen gerne von Werten, die sie mit ihrer Arbeit verkörpern möchten. Für Fillipini sind das Begriffe wie Dynamik, Eleganz und Innovation – ein Dreiklang, der allerdings auch in Münchener Ohren vertraut klingen dürfte.

© BMW
Die Silhouette des Gran Lusso Coupé ist klassisch: lange Motorhaube, abfallende Dachlinie

Aus dieser transalpinen Kooperation ist ein Coupé entstanden, das tatsächlich sehr groß, aber auch sehr elegant ist. Die Silhouette ist klassisch: lange Motorhaube, abfallende Dachlinie. Doch bemerkenswert sind auch hier die Details. Einerseits ragt die BMW-Niere selbstbewusst und geradezu drohend auf, flankiert von hypermodernen, schmalen Scheinwerfen, welche die klassischen Doppelscheinwerfer ahnen lassen. Gleichzeitig verbeugt sich das Pininfarina-Team vor dem Hofmeister-Knick an der C-Säule. Der berühmte gegenläufige Schwung, den der einstige BMW-Designchef erfunden hatte, setzt sich wie in feinen Wellen fort, zunächst in Chrom gefasst und dann über die Metallhaut subtil auslaufend.

© BMW
Schwarzes und honigfarbenes Leder kleiden das Interieur aus

Der Innenraum hat neben dem Kauri-Holz noch mehr Gran Lusso-Luxus zu bieten. Schwarzes und ebenfalls honigfarbenes Leder kleiden standesgemäß das von der Münchener Oberklasse bekannte Interieur in italienischer Maßarbeit aus. Allerdings hat auch hier Fillipinis Team das Quäntchen Luxus mehr aufgelegt. Anstelle der sonst üblichen Keder als dekorative Einfassung der Ledersitze wählten sie einen Wollstoff mit feinem Hahnentrittmuster, der auch noch schräg gerollt wurde, um optisch dynamischer zu

Was für Modefans das Signum einer berühmten Marke an der Handtasche, ist hier das Emblem von Pininfarina, das, diskret an der Seite untergebracht, Prestige verleiht. Wie übrigens auch die Kennung V12.

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