Fahrbericht: Nissan 370Z Nismo
Breiter, bulliger, bissiger

11. Juni 2013 | kommentieren

Ein bisschen Sportsgeist darf nicht fehlen, haben sich wohl die Nissan-Verantwortlichen gedacht, und so erweitert das Unternehmen seine Produktpalette um optisch sowie technisch getunte Ableger seiner Serienfahrzeuge. Den Anfang hat der Juke Nismo gemacht, jetzt folgt der 370 Z Nismo. Das zweisitzige Coupé kostet in der sportlich-geschärften Version ab 44.900 Euro.

Happiger Preisaufschlag

Auf den ersten Blick liest sich der Preisaufschlag, den Nissan für die Nismo-Variante des 370Z erlangt, recht happig. 12.000 Euro mehr werden fällig, dafür gibt es aber nur 14 PS an zusätzlicher Leistung. Der 3,7-Liter-V6 liefert jetzt 253 kW/344 PS an die Hinterräder. Das Drehmoment hat ebenfalls leicht zugelegt – um 8 Newtonmeter auf 371 Nm. Gleich geblieben ist die Höchstgeschwindigkeit, die elektronisch bei Tempo 250 begrenzt wird.

© Nissan
Der Nismo liegt wie ein Brett auf der Straße, Kurven bringen ihn nicht aus der Ruhe

Natürlich macht es einen Unterschied, 328 PS oder 344 PS für Vortrieb sorgen oder ob 364 Nm oder eben 371 Nm an der Kurbelwelle zerren, und natürlich hat ein solcher Zuwachs Auswirkungen aufs Fahrerlebnis. Bleibt aber die Frage, ob der nicht motosportlich-aktive Fahrer die Unterschiede bemerkt? Mag sein, dass der 370Z Nismo etwas bissiger im unteren und mittleren Drehzahlbereich zubeißt, aber schon das Serienmodell ist in dieser Hinsicht nicht besonders zahm. Das knackige Sechsgang-Schaltgetriebe ist ebenfalls nicht neu. Dass der Standardspurt um 0,1 Sekunden schneller und nun in 5,2 Sekunden absolviert werden kann – geschenkt. Ebenfalls nur am Rande sei der Durchschnittsverbrauch vermerkt: 10,6 Liter (248 g/km). Ein Wert, der bei artgerechter Nutzung des Fahrzeugs nur gut für die steuerliche Einstufung ist.

Kurven bringen ihn nicht aus der Ruhe

Beim nun deutlich strafferen Fahrwerk treten die Unterschiede markanter zu Tage oder anders ausgedrückt: Der Fahrerkomfort leidet ein wenig. Die Nissan-Ingenieure haben viel Arbeit in die Fahrwerksabstimmung gesteckt. Härte Federn, straffere vordere und hintere Dämpfer standen ganzen oben auf der Anforderungsliste. Zur weiteren Erhöhung der Rollsteifigkeit trägt die nochmals verstärkte Strebe zwischen den vorderen Federbeindomen bei. Die Folgen sind gut spürbar. Zum einen liegt der Nismo wie ein Brett auf der Straße, Kurven bringen ihn nicht aus der Ruhe. Zum anderen erhalten die Insassen jederzeit Rückmeldung über die Straßenbeschaffenheit. Werden Querrillen noch leicht gefiltert an den Popometer durchgereicht, verhindern Längsfugen auf ihrer ganzen Länge, dass der Fahrer sich zu sehr wohl fühlt und tragen damit bei, seine Konzentration aufrecht zu halten. Straßenunebenheiten halten ebenfalls Dialoge mit den Insassen.

© Nissan
Neben 14 PS mehr gibt es auch rote Bremssättel, einen großen Heckflügel sowie einen markanten Sound

Apropos Dialog: Der 370Z Nismo hört sich gut an. Aus den im Durchmesser vergrößerten Auspuffendrohren entweicht ein kerniger Sound und lässt bei innerstädtischen Fahrten vor allen Dingen die Jugend dem Auto hinterher schauen. Ein weiterer kurzer Gasstoß an der Ampel zaubert dem einen oder anderen Heranwachsenden ein breites Grinsen ins Gesicht.

Kleine Änderungen im Interieur

Optisch fällt der sportliche Zweisitzer durch seine geschmiedeten und dunkelgrau lackierten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen samt rot lackierten Bremssätteln sowie das Nismo-Bodykit mit Spoilerlippe, Seitenschwellern und großem Heckflügel auf. Die im Windkanal erprobten Anbauteile ermöglichen einen besseren Abtrieb und höhere Kurvengeschwindigkeiten. Zudem wurde die Spur verbreitert, so dass das Fahrzeug noch satter auf der Straße steht. Rote Zierstreifen auf den Außenspiegeln sowie an Front- und Heckschürze setzen dezente Akzente.

Im Interieur unterstreichen ein Alcantara-Lederlenkrad mit roter Markierung für die Geradeausstellung der Lenkung, Nismo-Sportsitze sowie ein überarbeiteter Drehzahlmesser (bis 9.000 Umdrehungen) den motorsportlichen Charakter des Fahrzeugs.

© Nissan
Der überarbeitete Drehzahlmesser (bis 9.000 Umdrehungen) unterstreicht den motorsportlichen Charakter des Nismo

Ansonsten bleibt die Innenraumgestaltung unverändert. Das Cockpit ist auf den Fahrer zugeschnitten, die Platzverhältnisse sind für lang gewachsene Menschen beschränkt, der Kofferraum reicht für das nötigste Gepäck und die Materialauswahl geht für das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung.

Technische Daten

Der 370Z Nismo ist mit rund 45.000 Euro ein günstiges Angebot, zumal die Serienausstattung recht üppig ausfällt. Ein Navigationssystem mit Touchscreen und Rückfahrkamera gehören hier wie die Metallic-Lackierung zur Serienausstattung. Im Vergleich zu einem Porsche Cayman S oder Audi TT RS ist er fast ein Schnäppchen.

© Nissan
Das im Windkanal erprobte Bodykit ermöglicht besseren Abtrieb und höhere Kurvengeschwindigkeiten

Nissan 370Z Nismo – Technische Daten dreitüriges, zweisitziges Coupé, Länge: 4,41 Meter, Breite: 1,87 Meter, Höhe: 1,31 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: 235 Liter.

Benziner3,7-Liter, Sechszylinder, 253 kW/344 PS, maximales Drehmoment: 371 Nm bei 5.200 U/min, Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 5,2 s, Durchschnittsverbrauch: 10,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 248 g/km Effizienzklasse: G, Preis: ab 44.900 Euro

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