Volkswagen:
Golf GTD vs. Golf GTD

15. Juni 2013 | kommentieren

Das Kürzel GTD hat auf Dieselfahrer eine magische Wirkung und eine lange Tradition. Vor 31 Jahren debütierte der erste GTD und revolutionierte mit seinem aufgeladenen Diesel-Triebwerk den Markt der Selbstzünder – erstmals war ein Diesel nicht nur sparsam, sondern auch sportlich. Der Gran Turismo Diesel ebnete so den Weg für den weltweiten Durchbruch der TDI – der direkteinspritzenden Hightech-Selbstzünder des Volkswagen-Konzerns.

Stolze 50 Zentimeter gewachsen

Die Einstufung in die Kategorie Sportlichkeit ist – nicht nur, aber gerade im Automobilbau – aber zeitabhängig. So würde man heutzutage dem ersten GTD dieses Prädikat nicht mehr zubilligen, da die mageren 51 kW/70 PS bei einem Drehmoment von 133 Newtonmeter, die der kleine Vierzylinder mit Wirbelkammer-Einspritzung ablieferte, nicht nur PS Freaks allenfalls noch ein müdes Lächeln wert ist.

Damals war der erste GTD aber so etwas wie die Sportskanone unter den Dieseln. Das lag zum einen am straffen Fahrwerk, zum anderen am geringen Gewicht. Rund 900 Kilogramm brachte das zierlich wirkende Auto auf die Waage. Die neue, vierte GTD-Generation lässt dagegen bei Bedarf bei einem Drehmoment von bis zu 380 Nm 184 Pferde (135 kW) galoppieren, die aber knapp eine halbe Tonne mehr in Bewegung halten müssen. Die Gewichtzunahme ist optisch leicht zu erkennen, der neue GTD ist schließlich gegenüber seinem Urahn unter anderem um stolze 50 Zentimeter gewachsen.

Doch auch unterm Blech sind etliche Kilo dazu gekommen. Die Technik von heute, die das Fahren erheblich sicherer und komfortabler macht, bedeutet trotz aller Effizienz-Bemühungen eben mehr Gewicht. Dafür bietet der GTD des Jahres 2013 aber auch eine Armada von Assistenz- und Komfortsystemen, von denen man vor 31 Jahren noch nicht einmal träumte.

Fahrleistungen trennt die beiden Fahrzeuge

Die Multikollisionsbremse, die Progressivlenkung, die Müdigkeitserkennung, die weiterentwickelte elektronische Quer-Differentialsperre XDSplus, das proaktive Insassenschutzsystem, die automatische Distanzregelung inclusive City-Notbremsfunktion, der Spurhalte- und Park-Assistent oder die dynamische Fernlichtregulierung sind nur ein paar Beispiele. Und von Airbags und ESP war damals auch noch nicht die Rede.

Dass der Neue, dem ersten GTD in jeder Lebenslage die Rückleuchten zeigen kann, lässt sich am leichtesten mit dem Leistungsgewicht erklären. Beim Urahn sind es mehr als zwölf Kilogramm, die jede Pferdestärke bewegen muss, beim aktuellen stemmen sich nur noch 7,4 Kilo gegen jedes PS.

Selbstverständlich trennen auch bei den Fahrleistungen die beiden Fahrzeuge Welten. In Sachen Höchstgeschwindigkeit zum Beispiel lässt der Neue dem Oldtimer keine Chance. Während 160 Km/h in den 80ern als äußerst zügig galten, sind es heute eben 230 Stundenkilometer. Lediglich beim Verbrauch ist der Abstand nicht so groß. Der erste GTD galt damals mit sechs Litern auf 100 Kilometer als das sparsamste Serienauto der Welt, während es der Neue auf 4,2 Liter bringt.

Meisterleistung durch Verbrauchsenkung

Daraus zu schließen, dass die VW-Ingenieure  in diesem Bereich in Relation zu den anderen Entwicklungen nicht so viel erreicht hätten, wäre unfair. Im Gegenteil: Dadurch, dass sie den Verbrauch gegenüber dem direkten Vorgängermodell um 0,9 Liter senken konnten, gelang ihnen sogar eine Meisterleistung.

Wie überhaupt dieser Vergleich hauptsächlich zeigen soll, wie dramatisch in den letzten drei Jahrzehnten die technische Entwicklung fortgeschritten ist. Und so bleibt als Fazit: Damals und heute waren und sind die beiden GTD Leuchttürme der Automobil-Technik.

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