Gebrauchtwagen-Check: Audi A3
Edel und gut

14. Juli 2013 | kommentieren

Ein gebrauchter Audi A3 ist in fast jeder Hinsicht eine sichere Wahl. Zumindest, wenn man sich den Vorbesitzer genau angeschaut hat.

Typischer Kühlergrill

Letztlich ist der Audi A3 nur ein teurer und enger VW Golf. Wer es weniger nüchtern sieht, findet ihn ihm aber auch eine schickere und edlere Alternative zum Wolfsburger Massenmodell. Und beim TÜV schneidet der zwischen 2003 und 2012 gebaute Audi trotz weitgehend identischer Technik sogar leicht besser ab.

© Audi
Das Motorenangebot ist sehr breit

Dass der A3 ein technischer Zwilling des VW Golf V ist, fällt von außen kaum auf. Der Ingolstädter – seit dem Facelift 2010 auch mit dem typischen Kühlergrill unterwegs – gibt sich schicker und sportlicher als sein norddeutscher Cousin. Dazu trägt auch die niedrigere Dachlinie bei, die allerdings auf das Platzangebot im Innenraum durchschlägt. Denn trotz ein paar Zentimetern mehr Länge geht es dort spürbar enger zu als beim Golf, vor allem hinten sitzen Großgewachsene schnell geduckt. Wer den Fond häufiger zur Personenbeförderung nutzen will, wählt daher den „Sportback“ genannten Fünftürer. Der ist zudem fünf Zentimeter länger und bietet etwas mehr Laderaumvolumen. Zwischen 2008 und 2012 war zudem ein Stoffdach-Cabrio im Programm. Die allgemein etwas beengten Verhältnisse im Innenraum werden jedoch durch dessen hochwertiges Ambiente ausgeglichen. In Sachen Materialqualität und Verarbeitung machte dem A3 zu seiner Zeit kein Konkurrent etwas vor.

Extrem breit aufgestellt

In Sachen Antrieb ist der A3 extrem breit aufgestellt. Das Band reicht vom 75 kW/102 PS starken Saugbenziner bis zum extremen RS3 mit 250 kW/340 PS. Für vernunftorientierte Gebrauchtwagenkäufer ist der etwas raue 1,9-Liter-Pumpe-Düse-Diesel mit 77 kW/105 PS eine gute Wahl, da er ordentlichen Durchzug mit geringem Verbrauch kombiniert. Wer gemäßigt sportlich unterwegs sein will, wählt den 2,0-Liter-Turbobenziner (TFSI) mit 147 kW/200 PS, der in ähnlicher Form auch im VW Golf GTI eingesetzt wird. Prinzipiell empfehlenswert sind auch die neueren Turbos (TFSI) mit 1,4 und 1,8 Litern Hubraum (ab 2007), die aber ihre niedrigen Normverbräuche nicht halten können. Wer nicht selbst schalten will, kann für einige Motoren das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wählen. Geschmackssache ist das unter dem Namen Tiptronic angebotene automatisierte Schaltgetriebe, das viele Fahrer durch die spürbare Zugkraftunterbrechung beim Gangwechsel nervt.

Darüber hinaus sind zahlreiche Motorvarianten mit Allradantrieb kombinierbar. Bei den stärksten Benzinern ist er automatisch an Bord. Ansonsten ist für den agilen A3 auch reiner Frontantrieb ausreichend.

© Audi
Der S3 ist so etwas wie der GTI der Baureihe

Für besondere Großzügigkeit bei der Ausstattungspolitik ist Audi nicht gerade bekannt. Da macht auch der A3 keine Ausnahme. Die Basisversion war zwar im Vergleich mit den Volumenmodellen ihrer Klasse ordentlich ausgestattet und bot mit ESP und sechs Airbags vor allem ein gutes Sicherheitsprogramm. Wer aber richtiges Premium-Flair wollte, musste sich aus der langen Optionsliste bedienen. Dort fanden sich aber zahlreiche Punkte, die bei der Konkurrenz kaum zu bekommen waren. Etwa Xenonlicht, ein aktives Fahrwerk oder Ledersitze.

Vorbesitzer unter die Lupe nehmen

Beim TÜV zeigt sich der A3 von der besten Seite. Weder Rost, noch Lenkung, noch Achsen machen in der Regel Probleme. Allgemein gehört das Fahrwerk in Sachen Langlebigkeit zu den besten des VW-Konzerns. Wenn die Prüfer überhaupt etwas kritisieren, sind das meist die anfälligen Antriebswellenmanschetten oder die Einstellung des Abblendlichts. Doch auch die beste Grundlage nutzt nichts, wenn der Fahrer über die Stränge schlägt – beim sportlichen Audi nicht ungewöhnlich. Vor allem wer eines der stärker motorisierten Exemplare sucht, sollte sich den Vorbesitzer genau ansehen. Denn wer immer mit Bleifuß fährt, ruiniert schnell Kupplung oder Zweimassenschwungrad. Auch von den recht zahlreichen chipgetunten Autos lässt man besser die Finger, will man keinen Ärger mit Turbolader oder Zylinderkopf haben.

Fazit: Wer nicht gerade eine Heizer-Kiste erwischt, dürfte seine Freude am zuverlässigen A3 haben. Mit einem Golf käme man zwar etwas billiger davon, dafür fährt der Audi bei Design, Prestige und Innenraum-Ambiente weit voraus. Knapp 5.000 Euro sollte man aber auf jeden Fall anlegen.

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