Fahrbericht: Jeep Grand Cherokee
Acht statt fünf

24. Juli 2013 | kommentieren

Der Name ist Programm: Beim neuen Jeep Grand Cherokee ist tatsächlich fast alles ein wenig größer. Vor allem beim Antrieb verfuhren die Entwickler offensichtlich nach dem Motto: Darf es ein wenig mehr sein?

Achtstufen-Automatik als Kernstück der Überarbeitung

Die amerikanische Fiat-Tochter Jeep hat ihr Oberklasse-SUV, den Grand Cherokee, gründlich aufgefrischt. Kernstück der Überarbeitung bei der inzwischen vierten Generation ist die neue Achtstufen-Automatik, die in allen Versionen für die Kraftübertragung sorgt. Bisher mussten sich die Geländegänger mit der alten Fünfstufen-Automatik begnügen, die noch aus der Daimler-Vergangenheit stammte. Das neue Automatik-Getriebe mit acht Stufen steuert ZF bei und ermöglicht dank der gewachsenen Möglichkeiten bei der Gang-Spreizung unter anderem einen kurz ausgelegten ersten Gang, was sich positiv auf die Kletterfähigkeit auswirkt und beim Diesel jede Anfahrschwäche beseitigt. Am anderen Ende spendierten die ZF-Experten eine besonders lang ausgelegte Endübersetzung, was den Komfort auf der Langstrecke steigert und die Verbrauchswerte verringert.

© Jeep
Beim neuen Jeep Grand Cherokee ist tatsächlich fast alles ein wenig größer

Die sparsamste Möglichkeit, den Grand Cherokee zu bewegen ist der Turbodiesel 3,0 Multijet V6, der 140 kW/190 PS oder 184 kW/250 PS leistet und sich mit 7,5 Liter begnügt. Während der 190 PS-Cherokee ein Spitzentempo von 190 km/h erreicht, bringt es die 250-PS-Variante auf 202 km/h. Am anderen Ende des Leistungsbandes liegen die V8-Benziner, die 259 kW/352 PS (5,7 Liter Hubraum) beziehungsweise als 6,4-Liter 344 kW/468 PS leisten und mit Verbrauchswerten von 13 beziehungsweise 14 Litern aufwarten. Dazwischen sortiert sich der 3,6 Liter große V6-Benziner mit 210 kW/286 PS ein. Die Preisliste für den Grand Cherokee beginnt bei 45.500 Euro und endet bei 76.900 Euro.

Kaum optische Veränderung

Optisch hat sich beim überarbeiteten Grand Cherokee wenig verändert. Am deutlichsten ist der Jahrgang 2014 an der neu gestalteten Frontpartie mit Bi-Xenon-Scheinwerfern und LED-Tagfahrlicht zu erkennen, die bei allen Varianten zur Serie gehören. Frontschürze und Kühlergrill mitsamt Nebelscheinwerfern wurden überarbeitet. Am Heck unterscheidet sich der neue Grand Cherokee vor allem durch den neuen Dachspoiler von seinem Vorgänger.

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Kernstück der Überarbeitung bei der inzwischen vierten Cherokee-Generation ist die neue Achtstufen-Automatik, die in allen Versionen für die Kraftübertragung sorgt

Deutlicher fallen die Änderungen im Innenraum aus, wo sich in der Mittelkonsole ein neues Multimediasystem versteckt, dessen Bildschirm gegenüber dem Vorgängermodell an Größe zugelegt hat. Auch die Instrumentensammlung präsentiert sich moderner, und statt eines konventionellen Tachos blickt der Cherokee-Pilot nun auf ein zentrales TFT-Farbdisplay, für das rund 100 unterschiedliche Konfigurationen hinterlegt sind.

Hochwertiger Innenraum

Der Innenraum ist dem Segment entsprechend hochwertig gestaltet und sauber verarbeitet. Leder und Echtholz lassen eine gediegene Atmosphäre entstehen, wozu auch die von Harman-Kardon gelieferte Audioanlage mit 19 Lautsprechern beiträgt. Dank der großzügigen Dämmung hält sich die akustische Belästigung durch Fahrgeräusche in Grenzen, sodass sich der Grand Cherokee auch als Reisewagen bewährt.

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Der Innenraum ist dem Segment entsprechend hochwertig gestaltet und sauber verarbeitet, in der Mittelkonsole ein neues Multimediasystem versteckt, dessen Bildschirm gegenüber dem Vorgängermodell an Größe zugelegt hat

Allerdings zeigt sich, dass die gute alte analoge Zeit auch ihre Vorteile hatte, denn die Bedienung der einzelnen Funktionen – und davon gibt es viele – ist im neuen Grand Cherokee nicht einfacher geworden. Das Lenkrad ist mit 16 Schaltern schlicht überfrachtet und selbst für einfache Dinge wie die Aktivierung der Sitzbelüftung oder des Sendersuchlaufs im Radio ist der berührungsempfindliche Bildschirm zuständig, auf dem das entsprechende Zeichen gefunden werden muss. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.

Stärken im Gelände

Als die erste Generation des Jeep-Spitzenmodells auf den Markt rollte, war das SUV-Segment noch eine Randerscheinung. Der Grand Cherokee teilte sich den Markt für Luxus-Geländewagen vor allem mit dem Range Rover und zeigte wie der britische Kollege, dass sich Komfort und Geländetauglichkeit durchaus verbinden lassen. An letzterem hat sich bis heute nichts geändert, denn noch immer zeigt der Jeep im Gelände da seine Stärken, wo sich manch aktuelles SUV gar nicht erst hinwagt. Und dank des automatischen Geländeprogramms Selec-Terrain können sich auch Asphalt-Cowboys abseits der Straßen bewegen. Das System erkennt den jeweiligen Untergrund, sodass der Fahrer nur noch lenken muss.

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Das automatischen Geländeprogramms Selec-Terrain erkennt den jeweiligen Untergrund, sodass der Fahrer nur noch lenken muss

Der Grand Cherokee rollt in den Ausstattungsvarianten Laredo, Limited, Overland, Summit und SRT zu den Kunden, wobei bereits die Grundausstattung vollständig ist und unter anderem eine Klimaautomatik und Lederlenkrad samt Schaltwippen bietet. In den gehoben Versionen kommen noch das Harman-Kardon-Audiosystem, Rückfahrkamera und Tempomat sowie der Allradantrieb Quadra-Trac hinzu.
 

Jeep Grand Cherokee – Technische Daten:
Luxus-Geländewagen: Länge: 4,83 Meter (Summit: 4,87, SRT: 4,85) , Breite: 2,15 Meter, Höhe: 1,8 Meter (SRT: 1,75), Radstand: 2,91 Meter, Kofferraumvolumen: 782 bis 1.554 Liter.
3,6-Liter-V6-Benzinmotor, 210 kW/286 PS, maximales Drehmoment: 347 Newtonmeter bei 4.300 U/min, 0-100 km/h: 8,3 sek., Vmax: 206 km/h, Durchschnittsverbrauch: 10,4 Liter/100 Kilometer (E85: 13,8), CO2-Ausstoß: 244 (E85: 225).
Preis: ab 46.500 Euro
5,7-Liter-V8-Hemi-Benzinmotor, 259 kW/352 PS, maximales Drehmoment: 520 Newtonmeter bei 4.200 U/min, 0-100 km/h: 7,3 sek., Vmax: 225 km/h, Durchschnittsverbrauch: 13,0 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 304 g/km (kombiniert); Allradantrieb.
Preis: ab 68.000 Euro
6,4-Liter-V8-Hemi-Benzinmotor, 344 kW/468 PS, maximales Drehmoment: 624 Newtonmeter bei 4.100 U/min, 0-100 km/h: 5,0 sek., Vmax: 257 km/h, Durchschnittsverbrauch: 14,0 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 327 g/km.
Preis: ab 76.900 Euro
3,0-Liter-V6-Dieselmotor, 140 kW/190 PS, maximales Drehmoment: 440 Newtonmeter bei 1.600 bis 2.800 U/min, 0-100 km/h: 10,2 sek., Vmax: 190 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 198 g/km.
Preis: ab 45.500 Euro
3,0-Liter-V6-Dieselmotor, 184 kW/250 PS, maximales Drehmoment: 570 Newtonmeter bei 2.000 U/min, 0-100 km/h: 8,2 sek., Vmax: 202 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 198 g/km.
Preis: ab 52.900 EuroKurzcharakteristik:
Alternative zu: Range Rover, Mercedes ML-Klasse, BMW X5, Audi Q7
Passt zu: Menschen, die den american way of drive bevorzugen
Sieht gut aus: wie ein Jeep im Smoking
Wann kommt er: ist schon da

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