Gebrauchtwagen-Check: Ford Focus
Für jeden was dabei

25. August 2013 | kommentieren

Der Ford Focus versucht allen zu gefallen: Riesen Auswahl bei den Motoren, den Karosserieformen und der Ausstattung. Und auch in Sachen Beständigkeit bemüht er sich um Haltung, meist mit Erfolg.

Weiter hinten im Ranking

Weltweit ist er ein ganz besonders beliebtes Modell, hierzulande muss sich der Ford Focus im Kompaktklassen-Ranking aber weiter hinten anstellen. Als Mehrjähriger hinkt er aber gar nicht mehr hinterher. In der zweiten Generation, die zwischen 2004 und 2010 gebaut wurde, bietet der Focus neben einer riesigen Auswahl in Sachen Karosserie, Motor und Ausstattung auch ordentliche Haltbarkeit.

© Ford
Ford bot den Kompakten ab 2006 mit dem Zusatz „CC“ als Cabrio mit winterfestem Stahl-Klappdach an

Hier müsste für jeden Geschmack etwas dabei sein. Es gab den Focus II mit Fließheck als Drei- und Fünftürer, besonders häufig gekauft wurde er als Kombi, der sich „Turnier“ nennt, darüber hinaus bot Ford den Kompakten ab 2006 mit dem Zusatz „CC“ als Cabrio mit winterfestem Stahl-Klappdach an. Seltenheitswert haben die viertürigen Stufenheck-Varianten, die hierzulande nur wenig nachgefragt wurden. Innen ist viel Platz fürs Gepäck, nur auf den Rückbänken kann es schon mal eng werden.

Agil mit Reisekomfort

In diesem Kapitel hört die Auswahl noch nicht auf: Auf Benzinerseite reicht sie vom 1,4-Liter-Aggregat mit 59 kW/80 PS bis zum 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbo, den es in den Kompakt-Sportlern ST (166 kW/225 PS) und RS (224 kW/305 PS) gab, letzterer ist allerdings sehr selten. Bei den Saugern gelten die Varianten mit 74 kW/101 PS und 85 kW/115 PS als Mittelweg zwischen anständigen Fahrleistungen und angemessenem Spritverbrauch. Mit ihren stämmigen Drehmomenten bieten die Dieselmotoren mit Leistungswerten zwischen 66 kW/90 PS und 100 kW/136 PS Spaß, sie sind aber fehleranfälliger als die Benziner. Insbesondere die preiswerten und genügsamen 1,6-Liter-Aggregate fallen immer wieder mit defekten Turboladern auf. Darüber hinaus gab es noch eine Autogas- und eine Erdgasversion sowie ein Flexifuel-Modell, das wahlweise mit konventionellem Super oder dem Ethanol-Kraftstoff E85 betankt werden konnte.

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Besonders häufig gekauft wurde der Focus als Kombi, der sich „Turnier“ nennt

Eine Kategorie in der der Kompakte glänzt, denn sein Fahrwerk kann beides: Agil um Kurven flitzen und Reisekomfort bieten. Zudem ist die Konstruktion extrem solide und langlebig, Rost ist weitgehend unbekannt.

„Ghia“-Ausstattung

 

Wer Komfort will, sollte einen Gebrauchten in der „Ghia“-Ausstattung wählen, die unter anderem Klimaautomatik, Sitzheizung und Tempomat an Bord hat. Diverse Exemplare sind aber eher dürftig ausgestattet – die preissensible Kundschaft hat gerne an zusätzlichen Extras gespart. Nicht geknausert hat Ford in Sachen Sicherheit: Im Euro-NCAP-Crashtest erzielte der Focus 2004 ein Top-Ergebnis mit der Höchstwertung von fünf Sternen, unter anderem wegen serienmäßig sechs Airbags und Schleuderschutz ESP.

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Der RS fährt in seiner eigenen Liga

Die TÜV-Prüfer stellen dem Focus ein gutes Zeugnis aus. Im Alter wird er sogar besser: Besteht er die HU in seinen ersten Jahren leicht überdurchschnittlich oft mängelfrei, schneidet er nach sechs oder sieben Jahren im Dienst um einiges positiver ab als der Schnitt. Eine günstig zu behebende Schwäche ist seine Lichtanlage, bei der die Experten an der Scheinwerfereinstellung des Kompakten, aber auch an Rücklichtern und Blinkern öfter etwas zu bemängeln haben. Probleme bei der HU machen hin und wieder auch die Hinterachse und die Fußbremse an der Vorderachse, bei der die Prüfer Mängel diagnostizieren.

Einige Störungen

Einige Störungen, die nicht beim TÜV zu Tage treten, hat der Kölner allerdings. So klagen Focus-Fahrer unter anderem über wackelnde Sitzlehnen und knackende Geräusche aus der B-Säule. Cabriobesitzer sollten über einen trockenen Unterstand für ihr Schätzchen nachdenken – mitunter dringt nämlich hier Wasser ein. Bei der ADAC Pannenstatistik liegt der Focus mit einem „gut“ im Mittelfeld.  

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Prägendes Stilmerkmal sind die vertikalen Heckleuchten

Die Auswahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist riesig, ein passendes Modell zu finden ist einfach, ein gepflegtes muss man auch nicht allzu lang suchen. Für ein Exemplar mit rund 100.000 Kilometern sollte man schon rund 4.000 Euro anlegen. Besonders gefragt ist heute der sehr geräumige Kombi. Die angebotenen Fahrzeuge stammen jedoch häufig aus Flotten und haben dementsprechend hohe Laufleistung. So ist ein Turnier mit einer Laufleistung deutlich oberhalb von 150.000 Kilometern schon für gut 1.500 Euro zu haben.

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