Automobil-Elite in Detroit
Deutscher Luxus-Dreikampf

14. Januar 2014 | kommentieren

Vor allem die deutschen Hersteller zeigen auf der Autoshow in Detroit allerlei automobiles Geschmeide. Audi, BMW und Mercedes präsentieren ihre Prachtstücke.

Die drei deutschen Premium-Hersteller Mercedes, Audi und BMW wetteifern auch auf der North American International Autoshow (NAIAS) in Detroit um die Marktführerschaft in den gehobenen  Marktsegmenten. Volkswagen macht einen Haken an das vergangene und vor allem durchwachsene Jahr, in dem die Erwartungen weitgehend verfehlt wurden.Die Mission heißt jetzt: wieder Anschluss zu gewinnen. Die amerikanischen Hersteller besinnen sich auf ihre traditionellen Werte und zeigen vor allem fast überdimensionierte Pickups und andere Schwergewichte. Die deutsche Automobil-Elite stellt hingegen seine Interpretation anspruchsvoller Mobilität in den Mittelpunkt.

Es war einmal eine Messe in Detroit, auf der höchstspektakuläre Studien vorgestellt wurden. Unzählig oft abgelichtet, verschwanden die realitätsfernen Hirngespinste eifriger Designer nach kurzer Ruhmesfeier in den Katakomben und bestenfalls in Automobil-Museen. Das ist Geschichte. Was heute als Konzept gezeigt wird, kommt in absehbarer Zeit in straßentauglicher Form auch tatsächlich zum Händler. So auch das aufregend gezeichnete Concept S-Class Coupé von Mercedes, das demnächst in seiner Serienform von den Schönen aber vor allem Reichen dieser Welt geordert werden kann. Unter dem elegant geformten Blech verbirgt sich ein Biturbo-V8, der 330 kW/449 PS leistet und so für standesgemäße Dynamik sorgt.


Offensichtlich hat sich Mercedes vorgenommen, in diesem Jahr ein Feuerwerk an neuen Modellen abzubrennen und nutzt Detroit als erste Bühne für die Modelloffensive. Immerhin ist die Marke mit 312.000 verkauften Modellen US-Marktführer im Luxussegment und liegt knapp vor BMW mit 309.000 verkauften Einheiten (ohne Mini). Neben der neuen C-Klasse, die demnächst in den USA für den amerikanischen Markt produziert wird, zeigen die Stuttgarter in Detroit das vorläufige Topmodell S 600, das von einem 385 kW/523 PS starken Zwölfzylinder angetrieben wird. Zum Jahresende folgt, nach dem Motto: „Darf’s ein wenig mehr sein?“ der verlängerte S600 Maybach. Für die sportlicher eingestellte Kundschaft rollt Mercedes den GLA 45 AMG vor.

BMW hält dagegen und zieht die Sportkarte. So präsentieren die Bayern ihre neue M3- Limousine und das M4-Coupé, bei denen ein Sechszylinder-Turbo (317 kW/431 PS) für sportliche Fahrleistungen steht. Eine Stufe tiefer fährt das neue Zweier-Coupé vor, mit dem BMW an die 1966 vorgestellte 02er-Baureihe erinnern wollen. „Dieses Modell hat uns damals auf die Erfolgsspur gebracht“, erinnert ein BMW- Sprecher bei der Vorstellung der kompakten Sportler, „und jetzt zeigen wir wieder, wie wir uns Dynamik in der Kompaktklasse vorstellen.“ Wie BMW zitiert auch Porsche mit dem wiederbelebten 911 Targa die Vergangenheit.

Allerdings gehören Sportwagen wie der 911 inzwischen zu den aussterbenden Gattungen. „Wir sehen in diesem Segment einen ständigen Rückgang und haben deshalb hier den Allroad Shooting Brake als Plug-in-Hybrid auf die Bühne gerollt“, erklärt ein Audi-Sprecher. Auf den ersten Blick wirkt die Studie wie ein kompakter Crossover à la X1 doch tatsächlich zeigt sie bis zur B-Säule den kommenden TT, der in Genf in seiner endgültigen Form vorgestellt wird. In dem Modell verbinden sich Elemente aus dem SUV- und Sportwagenbereich und lassen ein vollkommen neues Segment für eine Kundschaft entstehen, die Wert auf sportliche Fortbewegung legt, gleichzeitig aber eine höhere Sitzposition und Platz für zwei Golfbags verlangt. Mit rund 150.000 Verkäufen liegt Audi im deutschen Luxustrio an dritter Stelle. Einen deutlichen Aufschwung versprechen sich die Ingolstädter von der jetzt vollständig angebotenen A3-Reihe und dem neuen S8, der ebenfalls demnächst in den USA vorfahren wird.


Während Audi, BMW und Mercedes in den USA auf der Überholspur unterwegs sind, hat Volkswagen deutliche Probleme, Schritt zu halten und die eigenen Erwartungen zu erfüllen. Zwar sind die Wolfsburger mit den Dieselmodellen recht erfolgreich unterwegs, doch fehlt es gleichzeitig in den anderen Segmenten an soliden Stückzahlen. Und daran wird sich wahrscheinlich so schnell nichts ändern, denn das dringend benötigte mittelgroße SUV kommt erst in zwei Jahren und die in Detroit gezeigten Neuheiten (E- und R-Golf, Passat Blue Motion) sind kaum Garanten für sprunghaft steigende Stückzahlen auf dem US-Markt. Wie BMW und Porsche zitiert auch Volkswagen die Vergangenheit und erinnert mit dem Beetle Dune an die Zeiten, als sich kalifornische Bastler auf Käfer-Basis ihre abenteuerlichen Buggies bastelten. Ob das Modell allerdings tatsächlich in Serie geht und für Emotionen in der VW-Modellpalette sorgen wird oder aber an die vergangen geglaubte Geschichte der Detroiter Fahrzeugausstellung anknüpft, ist noch nicht entschieden.

an-sg
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